Weltenraum – Jan Davidoff

22. Mai bis 28. Juni 2020
Dienstag bis Sonntag von 14:00 bis 18:00 Uhr
Führungen durch die Ausstellung nach Voranmeldung möglich
studio-rose@schondorf.de
studioRose, Bahnhofstrasse 35, Schondorf am Ammersee
Veranstalter: studioRose

Um die Bilder des Malers Jan Davidoff zu sehen, muss man sonst nach Berlin oder Frankfurt, nach München oder Hamburg, zur Art Karlsruhe oder Art Miami fahren. Das studioRose holt den international erfolgreichen Künstler jetzt zu einer Ausstellung nach Schondorf.

Auf der Suche nach den Ursprüngen

Jan Davidoffs Bilder, Skulpturen und Installationen sind unverkennbar. Figurativ und kraftvoll erobern sie den Raum. Es sind die Gegensätze, die den in München und am Ammersee arbeitenden Künstler anziehen.
Auf der Suche nach den Ursprüngen des Menschen in seiner nahen und fernen Umgebung, spürt Jan Davidoff die Grenzen von Natur und Kultur auf, die Orte, wo das eine in das andere übergeht, wo Grenzen nicht mehr klar erkennbar sind, sondern Kreatur und Kreator sich ineinander vermengen.

"Stammfall" Bild von Jan Davidoff

Die diesen Ursprüngen innewohnende Kraft zeigt sich in seinen teils sehr farbstarken, teils auf Basis graphischer Reduktion nahezu holzschnittartigen Gemälden sehr deutlich. Analog zur Darstellung verschwimmen dem Betrachter seiner oft großformatigen Bilder die Sphären des Erschaffens und erschafft Werdens vor Augen.

Wechselspiel von Kultur und Natur

Lange hat sich Jan Davidoff in seinen Bildern mit dem Menschen als Masse auseinandergesetzt. In letzter Zeit ist eine neue Faszination für die Natur dazugekommen. Dies ist keineswegs ein Widerspruch, da Natur im 21. Jahrhundert sich vorwiegend als kulturhistorische Landschaft präsentiert. Daraus ergibt sich ganz folgerichtig ein Zusammenhang oder vielleicht doch ein Widerspruch, der den Künstler zunehmend fasziniert: In welchem Wechselspiel befinden sich Mensch und Natur? Beeinflusst Kultur Natur? Oder umgekehrt?

Jan Davidoff Galerie Binder, München

Seit Beginn der Zivilisationsgeschichte gestaltet der Mensch die ihn umgebende Natur, diese „dokumentiert“ also stets den Status quo einer Gesellschaft. Jan Davidoff geht mit seiner Malerei aber über diese Dokumentation weit hinaus. Er erweitert durch seine Arrangements, Abstrahierungen und Reduzierungen die Sichtweise des Betrachters, sodass er jenseits von der tatsächlichen Begegnung mit der Natur deren Sogkraft zu verspüren vermag .

Ulrike Garvert zitiert in einer Besprechung von Davidoff’s Arbeiten Friedrich Schiller: „Es sind nicht diese Gegenstände [der Natur], es ist eine durch sie dargestellte Idee, was wir in ihnen lieben.

Vita

Jan Davidoff, Schondorf am Ammersee

Jan Davidoff (* 1976 in Norden) schloss 2009 sein Studium der Malerei bei Prof. Günther Förg an der Akademie der Bildenden Künste in München ab. Studienreisen führten ihn anschließend nach China, Indien, Südostasien und Amerika.
Seine Werke wurde in zahlreichen nationalen wie internationalen Ausstellungen (u.a. TS Art Projects Berlin, Museum Villa Stuck München) präsentiert.
Neben verschiedenen Kunstpreisen (2014 Art Award Kreis Offenbach), arbeitete Davidoff zuletzt im Rahmen eines Atelierstipendiums der Eskff Eileen Kaminsky Foundation in New York.
Website: http://jandavidoff.de/