Abgesagt: 5.1

Aufgrund der aktuellen Coronalage kann die Ausstellung 5.1 leider nicht stattfinden.

Wir haben bis zuletzt versucht, die Ausstellung in kleinerer Form oder als Hybrid-Event zu realisieren, mussten uns letztendlich aber den geltenden Bestimmungen beugen.

Im Folgenden sehen Sie, was sie im Dezember bei 5.1 mit Manuela Hartel, Karl-Heinz Breves, Claudio, Barbara Manns, Ilse Renner und Ute Wild erwartet hätte.

Sechs unterschiedliche Perspektiven

Bei der Ausstellung 5.1 treffen sechs sehr unterschiedliche Kunstschaffende aufeinander. Die Bandbreite des künstlerischen Ausdrucks reicht dabei von Aquarell-, Öl- und Acrylmalerei über Skulptur und Lichtinstallation, bis zu Papierschnitt und Fotoübermalungen. 5.1 beschreibt auch die Konstellation eines Zusammentreffens. Fünf etablierte und geschätzte Künstlerinnen und Künstler aus der Ammerseeregion im Dialog mit ihrer Münchner Kollegin Manuela Hartel.

Karl-Heinz Breves

Bild von Karl-Heinz Breves
© Karl-Heinz Breves

Der in Rostock geborene Karl-Heinz Breves erhielt schon im Alter von elf Jahren Zeichenunterricht am Bauhaus in Dessau.

Bild von Karl-Heinz Breves
© Karl-Heinz Breves

Nach dem Abitur zog es ihn aber zur Architektur, die er ab 1955 an der TU Berlin studierte. 1972 eröffnete er sein eigenes Architekturbüro und hatte parallel zu seiner Arbeit auch Lehraufträge an der Ingenieurschule Berlin.

In seiner Arbeit war ihm immer schon die Verbindung von Kunst und Bauhandwerk ein wichtiger Aspekt. Unter anderem verfasste er eine umfassende Chronik über „Die Familie Zimmermann am Lechrain“. Aus dieser Familie aus Holzhausen stammen der Hofmaler Johann-Baptist und sein Bruder, der Rokokobaumeister Dominikus Zimmermann.

In den 90er-Jahren führten ihn verschiedene Studienreisen nach Österreich, Italien und in die Schweiz. Heute lebt er im Fuchstal und widmet sich verstärkt der Malerei. Im studioRose zeigt er Aquarelle und Ölbilder, denen man ansieht, wie sehr Breves seine Studienreisen ins Ausland beeinflusst haben.

Claudio

Bild von Claudio (Klaus Wingefeld)
© Claudio

Unter seinem Künstlernamen Claudio ist der Uttinger Klaus Wingefeld weit über den Landkreis hinaus bekannt. Mit feiner Selbstironie nennt er sich selbst „Der Quadrat“, denn das quadratische Bildformat wurde im Lauf der Jahre zu seinem Markenzeichen.

Bild von Claudio (Klaus Wingefeld)
© Claudio

Claudio sieht seine Bilder als quadratische Fenster, die einen Blick auf seine jeweiligen Seelenzustände erlauben. Die Betrachtenden sollen in den Bildern etwas vom Künstler und auch von sich selbst finden: „Was könnte sich ein Künstler mehr wünschen, als dass Sie als Betrachter  einige  seiner  Bilder ‚mitfühlen‘ können?“

Die Bilder entstehen nicht geplant, konstruiert oder durchdacht, sondern spontan aus dem Moment heraus. Sie laden dazu ein, sich darauf einzulassen und eine zauberhafte Welt zu entdecken.

http://www.claudioart.de/

Manuela Hartel

Video Installation Manuela Hartel im studioRose
© Manuela Hartel

Die vielseitig digital arbeitende Künstlerin studierte Medienkunst an der Akademie der Bildenden Künste München. Sie realisiert Videoinstallationen für Ausstellungen, Theater und Opernbühnen in Zusammenarbeit mit einer internationalen, zeitgenössischen Tanz – und Theaterszene. Während der documenta14 in Athen entwickelte sie „BELOVED!“und war im selben Jahr auf der Biennale von Venedig vertreten.

Manuela Hartel Installation in Nantesbusch
© Manuela Hartel

Das studioRose ist stolz darauf, dass diese renommierte Medienkünstlerin eigens für Schondorf die Videoinstallation We donʼt yet see things clearly geschaffen hat. Im Garten des studioRose verwischt sie Elemente einer blühenden Fantasie mit Projektionen auf Busch, Bank und Bretterwand, und verleiht den Objekten dabei eine wesenhafte, irrlichternde Identität. Was zu sehen sein scheint, bleibt undeutlich.

Damit stellt Hartel die Konvention der unmittelbaren Deutung visueller Eindrücke infrage. Als visuelle Wesen sind wir daran gewöhnt, Gesehenes augenblicklich reflexhaft zu deuten, zu definieren, zu beurteilen. Verstehen wir nicht sofort, machen wir uns aus den Eindrücken Bilder, um scheinbar die Kontrolle über unsere Wahrnehmung zu behalten. Dabei hindert uns das schnelle Urteilen daran, kreativ und spielerisch zu sein.

https://manuelahartel.de/

Barbara Manns

Barbara Manns: Drei Brüder
© Barbara Manns

Die in Bad Hersfeld geborene Barbara Manns studierte Kunstwissenschaften und war anschließend lange Jahre als Grafikerin in einem großen Stuttgarter Verlag tätig. 2006 zog sie nach Utting, wo sie seit 2011 in ihrem Atelier in der Bahnhofstraße arbeitet. Seit 2009 hatte sie eine Vielzahl von Einzel- und Gruppenausstellungen.

Barbara Manns: Das Vergessen
© Barbara Manns

Barbara Manns ist eine ausgesprochen experimentierfreudige Künstlerin. Von Aquarell- und Acrylarbeiten kam sie zunächst zur Fotografie, und erkundete die Möglichkeiten von digitaler Bildmontage und Übermalungen. Zuletzt hat sie sich vorrangig der Acrylmalerei und Papiercollage als Ausdrucksmittel zugewandt.

Gemeinsam ist ihren Arbeiten, dass sie nie abstrakt sind, sondern die menschliche Figur in den Mittelpunkt stellen. Dabei scheut sie sich nicht, aktuelle gesellschaftliche Diskussionen aufzugreifen. Beispielsweise thematisiert sie in ihren Bildern die #metoo-Bewegung oder die zunehmende Virtualisierung unseres Lebens.

http://www.babamas.de

Ilse Renner

Bild von Ilse Renner
© Ilse Renner

Die in München geborene Ilse Renner beschäftigte sich schon von Jugend an mit der Malerei. Im Lauf der Zeit verfeinerte sie ihre Technik durch verschiedene Studienaufenthalte und Kurse, unter anderem bei Markus Lüpertz, Helmut Middendorf oder Xenia Hausner. Seit 1990 lebt und arbeitet sie in Schondorf.

Bild von Ilse Renner
© Ilse Renner

Am Anfang der Bilder von Ilse Renner stehen Beobachtungen aus der erfahrbaren Welt. Deren Konkretheit überträgt sie in eine neue Balance aus Formen und Farben. Die Motive bleiben in der malerischen Veränderung erkennbar, öffnen aber gleichzeitig neue Räume der Intuition und Expressivität. Diese Verbindung von Erkennbarkeit und Veränderung, von Präzision und Abstraktion ist das zentrale Merkmal im Werk von Ilse Renner.

Der Münchner Merkur schrieb, es seien „Stimmungsbilder voll melancholischer Gelassenheit, die ihre Wirkung aus feinnuancierten Farbmodulationen und der sorgfältigen Beobachtung von Objekten im Raum beziehen.“

http://www.ilserenner.de

Ute Wild

Skulptur von Ute Wild

Auch bei der Schondorfer Künstlerin Ute Wild beginnt der kreative Prozess mit der genauen Beobachtung der Natur. Nachdem sie sich von Jugend an der Malerei gewidmet hatte, entdeckte sie 2015 ihre Liebe zur Bildhauerei.

Skulptur von Ute Wild
© Ute Wild

Sie besuchte Studiengänge für Bronze- und Steinguss bei Martin Piehler, und für Holzbildhauerei bei Amira Hanna. Aus diesen Inspirationen entwickelte Wild einen sehr persönlichen Stil, der sich an klassischen Vorbildern orientiert, diese aber modern weiterentwickelt. Im Rahmen der Ausstellung 5.1 zeigt sie Skulpturen, denen eine unbekümmerte Kraft innezuwohnen scheint. Die Guss- und Bildhauerarbeiten machen Wachstum und Entfaltung sichtbar, und sie beflügeln die Fantasie der Betrachtenden.

https://www.instagram.com/uwild.artist/