Pellegrini – gemeinschaftliche Wandmalerei im studioRose

Unter dem Titel „Pellegrini“ entsteht ab Januar im studioRose ein raumfüllendes Wandgemälde. Dieses Rundgemälde wird nicht von einem einzelnen Künstler geschaffen, sondern ist ein Gemeinschaftsprojekt von Paulo de Brito, Claudia Hassel, Alexander Hupfer, Katinka Schneweis und Stefan Wehmeier. Ab Februar wird es die Möglichkeit geben, den Künstlern an bestimmten Tagen bei der Arbeit über die Schulter zu schauen. Außerdem begleiten wir den kreativen Prozess hier auf unserer Website und auf unserem Instagram-Kanal https://www.instagram.com/studio_rose_schondorf/.

Das Projekt Pellegrini

Pellegrini ist als Gemeinschaftsprojekt angelegt. Ab Januar arbeiten die Künstler gemeinsam im studioRose. Jedem ist ein Wandabschnitt zugeordnet, so dass am Ende ein Rundgemälde im gesamten Raum entsteht. Das gibt die Möglichkeit zur gegenseitigen Inspiration, zum bewussten Kontrast, oder auch zum ironischen Zitat.

Die fünf Beteiligten sind bekannte Namen aus der Kunstszene, nämlich Paulo de Brito, Claudia Hassel, Alexander Hupfer, Katinka Schneweis und Stefan Wehmeier.

Schon beim ersten Treffen zeigte sich, dass sie grundverschieden an die Aufgabe herangehen. Einige hatten bereits relativ detaillierten Skizzen in der Tasche, andere wollen spontan aus der Arbeitsatmosphäre heraus improvisieren.

Paolo De Brito

Der in Portugal geborene Paulo de Brito kam über Stationen in Frankreich und Italien nach Deutschland. Seit Ende der 1990er-Jahre lebt und arbeitet er in Starnberg. Als Künstler weitergebildet hat er sich unter anderem durch Unterricht bei Markus Lüpertz oder bei Prof. Jerry Zeniuk. Seine Malerei hält sich nicht an konventionelle Genregrenzen, sondern reicht vom Realismus bis hin zum informellen Action-Painting.

Website Paulo de Brito

Claudia Hassel

Die in Grafrath lebende Claudia Hassel kam ursprünglich von der Werbegrafik her, bevor sie sich ab 2008 intensiv der Malerei widmete. Im Rahmen ihrer Ausbildung war sie Meisterschülerin von Prof. Jerry Zeniuk an der Akademie der Bildenden Künste Kolbermoor. 2019 und 2022 arbeitete sie im Rahmen eines Artist-in-Residency-Programms längere Zeit in den USA.

Farbe spielt in den Bildern von Claudia Hassel eine zentrale Rolle. Der Kunstkritiker Stefan Boes sagte dazu: „Ähnlich den Fauvisten, die einst die Farbe von der Form befreiten, um deren Wirkung zu erhöhen, verleiht die Künstlerin der Farbe eine zunächst singuläre Bedeutung, die dann im absichtlichen Zusammenschluss mit anderen Farben ein rhythmisiertes Geviert ergibt.“

Website von Claudia Hassel

Claudia Hassel und Alexander Hupfer in der Vorbesprechung zum Projekt Pellegrini im studioRose, Schondorf am Ammersee
Ideenaustausch zwischen Claudia Hassel und Alexander Hupfer

Alexander Hupfer

Alexander Hupfer aus Kaufering möchte mit den Ausdrucksmöglichkeiten der Malerei die menschliche Seele in der heutigen Zeit darstellen. Dabei fließen seine Beobachtungen über eine sich selbst entfremdete Gesellschaft genauso ein, wie deren gelebte Sehnsüchte und Befürchtungen.

In seiner Arbeitsweise geht es um die Spannung zwischen Intuition und Kontrolle, wie Hupfer sagt: „Am Anfang der Arbeiten steht eine konzeptionelle Vision, die im Laufe des Schaffensprozesses zunehmend intuitive Züge annimmt und sich in ein Chaos verwandelt, das dann wieder kontrolliert zusammengefasst wird.“

Website von Alexander Hupfer

Katinka Schneweis

Die Verbindung von Kunst und Handwerk durchzieht die ganze Biografie der in Kaufering lebenden Katinka Schneweis. Auf das Studium als Dipl. Kulturwirt folgte eine Schreinerlehre. Danach arbeitete sie als Inneneinrichtungsplanerin, studierte Kunstpädagogik an der Ludwig-Maximilians-Universität, und arbeitet seit 2013 als freischaffende Künstlerin.

Vorbesprechung zum Projekt Pellegrini im studioRose mit Kuratorin Silvia Dobler und Katinka Schneweis
Kuratorin Silvia Dobler (links) im Gespräch mit der Künstlerin Katinka Schneweis

Im studioRose war sie zuletzt 2022 als Artist-in-Residence zu Gast (Die Kraft der leisen Mächte). Die Süddeutsche Zeitung schrieb damals über ihre Arbeitsweise: „Ihre Bilder entstehen in langwierigen Arbeitsprozessen. Schicht um Schicht wird aufgetragen, bereits festgelegte Bildelemente werden wieder abgedeckt, zuweilen aber auch bereits Übermaltes noch einmal freigelegt. Inhaltlich bewegt sie sich im Grenzland zur Abstraktion, Figuren und Gesichter werden oftmals nur angedeutet.“

Website Katinka Schneweis

Stefan Wehmeier

Der in Köln geborene Stefan Wehmeier lebt als freischaffender Künstler in Hechenwang. Seine Ausdrucksformen umfassen Malerei, Zeichnung, Druckgrafik und auch Keramik. Außerdem hat er 2021 seinen ersten Gedichtband „Und draußen der Tag“ veröffentlicht.

Stefan Wehmeier und Paolo de Brito beteiligen sich an dem Projekt Pellegrini im studioRose, Schondorf am Ammersee
Stefan Wehmeier spricht mit Paulo de Brito (rechts)

Wehmeier sucht immer wieder den Austausch mit Künstlerkollegen in anderen Ländern. Studienreisen, Ausstellungen und Arbeitsstipendien führten ihn nach Estland, Frankreich, Rumänien, Österreich, Serbien, Holland und Ungarn. Seine künstlerische Heimat liegt in der gestischen Malerei, welche die Prozesshaftigkeit des Malvorgangs offenlegt. Eine Arbeitsweise, in der geduldiges Betrachten eine wichtige Rolle spielt. Wehmeier tritt beim Malen in einen Dialog mit seinen Bildern, und reduziert sie schrittweise auf das Wesentliche.

Website Stefan Wehmeier